LEBENSLAUF: Tipps die du in keinem Lehrbuch findest!

Von: Tobias Jost

Gründer / CEO von KARRIEREGURU

Wusstest Du, dass über 90 % aller Arbeitgeber davon überzeugt sind, dass der Lebenslauf, das wichtigste Element einer Bewerbung ist? 🤓
Er ist das Herzstück ❤️, denn obwohl der „CV“ erst nach dem Anschreiben folgt, wird der Lebenslauf immer als ERSTES gesichtet. ☝️ Warum? 🤷 Weil Personaler genau dort die ersten Indizien dafür finden, ob du für die Stelle geeignet bist oder nicht. 🕵️  
Doch schon der kleinste Form- oder Rechtschreibfehler kann dich aus dem Rennen werfen und den wichtigen „ersten Eindruck“ kaputt machen. 🥴

Das Credo lautet: „Keep it short and simple“

Das Ziel deines Lebenslaufs ist es nämlich, den Personaler in möglichst kurzer Zeit von dir zu überzeugen. Eine ordentliche Struktur und Übersichtlichkeit sind daher das A und O. Heißt z.B. dass ein Foto zu finden sein sollte genauso wie eine Unterschrift und ein entsprechendes Design, dass zu dir als Person und zur Stelle passt.
Beachte bitte unbedingt, dass dein Lebenslauf nicht länger als 2 Seiten ist. Wenn du bereits viel Berufserfahrung gesammelt hast, kannst du im Zweifel auch auf 3 Seiten übergehen – jedoch in keinem Fall mehr. 

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Verwende für deine gesamte Bewerbung also ein einheitliches Design und spiele nicht mit tausenden Schriftarten oder grafischen Elementen. Greife am besten auf Arial oder Calibri zurück, die funktionieren immer gut. 

Die Überschrift + Basisinformationen

Beginnen wir mit der Überschrift für die du zum Beispiel – tja, wer hätte es gedacht – „Lebenslauf“ oder die lateinische Bezeichnung „Curriculum Vitae“ verwenden kannst. 

Danach folgen Basisinformationen, wie deine Anschrift und Kontaktdaten, deine E-Mail-Adresse und deine Telefonnummer. Hier könntest du aber auch andere interessante Links einfügen, wie zum Beispiel dein LinkedIn-Profil oder ein privat gelistetes YouTube Video, indem indem du dich 30 Sekunden lang persönlich vorstellst.

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Teilüberschriften

Danach beginnt der sogenannte „roten Faden“ eines Lebenslaufs, an dem sich Personaler orientieren können. Deswegen findest du in jedem Jobangebot auch den Hinweis „tabellarischer Lebenslauf“, weil dieser die nötige Übersichtlichkeit liefert. 

Dafür müssen alle deine Lebensabschnitte mit Teilüberschriften hervorgehoben werden und alle Stationen mit einem Datum und einer kurzen Beschreibung versehen werden. DOCH ACHTUNG – hierbei musst du „anti-chronologisch“ vorgehen – heißt – du benennst deine letzte Tätigkeit oder deinen Abschluss als erstes!  

Wenn du die Schule oder das Studium gerade erst beendet hast, und noch keine Berufserfahrung hast, dann beginne mit der Teilüberschrift „Akademische Ausbildung“. Wenn du bereits in einem oder mehreren Betrieben gearbeitet hast, dann beginnst du mit deiner „Beruflicher Erfahrung“. Im Übrigen können das auch Praktika oder Studentenjobs sein, vor allem dann, wenn du einen Bezug zur Stelle schaffen kannst. 

Wichtig ist wie gesagt, dass du deine letzte bzw. aktuelle Stelle als erstes auflistest. Also, z.B. deinen Masterabschluss, dann den Bachelor und dann die Schulausbildung. 
Die Grundschule musst du nicht mit angeben, es sei denn, du bewirbst dich auf einen Ausbildungsplatz oder um ein Praktikum. Ohnehin gilt, je mehr Arbeitserfahrung du hast, desto weniger Interesse hat der Personaler an deiner Schulausbildung. Was nicht schlecht ist, denn keiner kümmert sich um deinen Notendurchschnitt aus der 10. Klasse, wenn du bereits 3 Jahre in einer Firma gearbeitet hast. 

Wenn du allerdings erst kurz davor bist deine Ausbildung oder Studium zu beenden, dann verwende einfach die Formulierung „angestrebter Abschluss“ oder gib den Monat und das Jahr für den bevorstehenden Abschluss an.

Unterpunkte

Wie du bereits erkennst, musst du alle akademischen Abschnitte und vor allem beruflichen Erfahrungen mit ca. 1–2 Sätzen oder in Stichpunkten erklären. Keiner kann etwas damit anfangen, wenn du als „Junior Product Manager“ für ein hippes Start Up gearbeitet hast.

Benenne also deine AufgabenTätigkeitsbereiche oder aber Spezialisierungen im Studium oder Ausbildung. Versuche, die Beschreibungen so kurz und eindeutig wie möglich zu verfassen und eine Verbindung zu der Position herzustellen, auf die du dich bewirbst.

In Bezug auf deine Lebensabschnitte solltest du immer einen roten Faden behalten und keine UNGEKLÄRTEN LÜCKEN lassen! Sowas gibt nämlich Anlass für Spekulationen und allzu oft fallen diese eher negativ aus. Personaler könnten sich fragen, ob du vielleicht im Knast warst oder einfach Gefaulenzt hast. Wegen solcher fehlenden Angaben sind schon einige Bewerbungen im Papierkorb gelandet. 

Hast du beispielsweise ein Gap-Year absolviert, dann erkläre das gern in deinem Anschreiben und versuche im Lebenslauf wieder einen Bezug zur Stelle zu schaffen. Musstest du krankheitsbedingt pausieren, dann gib auch das an und greif es im Anschreiben so auf, dass du eine positive Erkenntnis daraus ziehst, z.B. dass du genug reflektieren konntest und nun genau weißt was du willst. Versuch dich auf keinen Fall zu rechtfertigen.

Fähigkeiten & Kenntnisse

Im letzten Abschnitt des Lebenslaufs dreht sich alles um deine Erfahrungen und Kenntnisse, die du gesammelt hast. Diese Informationen kannst du unter der Teilüberschrift „besondere Kenntnisse“ oder „Kenntnisse und Interessen“ zusammenfassen oder aber in einzelne Abschnitte untergliedern. Besonders hervorzuheben sind natürlich Zertifikate, ehrenamtliche Tätigkeiten, Sprachkenntnisse und IT-Kenntnisse. 

Lege alle „Beweise“ wie Zertifikat oder Sprachnachweise in den Anhang und vergiss nicht, hinter deinen Kenntnissen auch einen Fortschritts Level anzugeben. Deine Sprachkenntnisse kannst du z.B. entweder mit den offiziellen Sprachniveaus von A1 bis C2 angeben oder aber du schreibst zum Beispiel: Deutsch: Muttersprache, Englisch: Verhandlungssicher und Spanisch: fließend in Wort und Schrift. 

Hobbys und Interessen im Lebenslauf sind ein strittiges Thema. Gut ist es, wenn du – wie immer – einen Bezug zur Stelle ziehen kannst. Was das genau für dich bedeutet, habe ich dir in einem dedizierten Beitrag zum Thema Hobbys im Lebenslauf erklärt. 

Wenn du außerberufliche Interesse verfolgst, weil du dich zum Beispiel im örtlichen Fußballklub als Trainer engagierst, einen eigenen Blog hast oder aber selbst Videos produzierst, dann sollten diese Fakten unbedingt aufgelistet werden. Sie zeigen, dass du bereits Erfahrung in bestimmten Bereichen wie IT hast oder über eine hohe soziale Kompetenz verfügst. 

Tja,… wie du bereits sicher gemerkt hast, ist es nicht einfach mal so getan mit dem Lebenslauf. Vor allem solltest du dich von dem Gedanken verabschieden ein einziger Standard Lebenslauf tut es für alle Stellen, worauf du dich bewirbst. NEIN! Genau hier trennt sich nämlich die Spreu vom Weizen. Je individueller du den jeweiligen Stellenbezug in deiner bisherigen Laufbahn in Stichpunkten auflistest, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass du zum Vorstellungsgespräch eingeladen wirst.

Bonus Tipp

Zum Abschluss habe ich noch einen Pro-Tipp für alle diejenigen, die noch keine oder sehr wenig praktische Berufserfahrung haben. Um deinen Lebenslauf mit Leben zu füllen, gibt es unterschiedlichste Möglichkeiten.

Zum einen kannst du Online Kurse absolvieren in Themenfeldern, die dich interessieren und für die Stelle relevant sind. Die Zertifikate kannst du dann stolz in deine Bewerbung packen. Hier eine Reihe an Webseiten für Online Kurse:

► LinkedIn Learning

► Coursera

► Udemy

► edX

► Studyflix

► Future Learn

► Open HPI

Zum anderen kannst du auch nochmals deine Softskills aus dem Anschreiben aufgreifen und stichpunktartig aufführen. Wichtig ist dabei jedoch immer, dass du in Klammern dahinter eine Situation beschreibst, in der diese Eigenschaft ersichtlich war bzw. ist.

So das war’s. Klingt alles gar nicht so schlimm, wenn man einmal gehört hat, worauf es ankommt oder?

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