Die 15 häufigsten Denkfehler & wie du sie vermeidest 🧠

Von: Tobias Jost

GrĂĽnder / CEO von KARRIEREGURU

eder Mensch trifft täglich ca. 20.000 unterschiedliche Entscheidungen – manchmal ganz automatisch und unbewusst, und manchmal ganz überlegt und rational – doch es gibt auch einige Situationen, in denen uns das Unterbewusstsein einen Streich spielt. 

Im folgenden erkläre ich dir die 15 häufigsten Denkfehler und wie du sie vermeidest.

Inhaltsverzeichnis

Denkfehler Nr. 1: Schwarz-WeiĂź-Denken

So nennt man das wenn Du die Dinge ausschließlich von einer extremen Seite siehst. Also das etwas entweder nur perfekt oder ein totaler Misserfolg sein kann.  Schwarz-Weiß-Denken ist nicht nur der häufigste Denkfehler, sondern lässt sich auch ziemlich leicht erkennen – Achte einfach mal auf Worte wie: immer, nur, nie, alles, nichts, jeder, usw… Dazu ein Beispiel: 

  • ❌ Falsch: Entweder ich bestehe die PrĂĽfung oder meine Zukunft ist fĂĽr immer ruiniert.
  • âś… Richtig: Ich habe mich bestens vorbereitet. Auch wenn ich die PrĂĽfung nicht bestehe, arbeite ich natĂĽrlich weiter ambitioniert an meiner Zukunft. 

Denkfehler Nr. 2: Verallgemeinern…

Auch ein sehr verbreitetes Denkmuster. Hier wird ein Erlebnis genommen und zu einem „Gesamtmuster“ verallgemeinert– und das, obwohl die Behauptung lediglich auf ein oder zwei Erfahrungen beruht. „Verallgemeinern“ führt in der Regel zu starken negativen Gedanken – nicht nur über dich selbst, sondern auch über deine Umgebung und deine Mitmenschen. Hier ein einfaches Beispiel: 

  • ❌ Falsch: Shit, ich habe eine 4 auf die letzte Hausarbeit bekommen. Ich bin ne totale Niete. 
  • âś… Richtig: Mist, ich habe mich nicht gut genug vorbereitet. Naja das  war ein Ausrutscher. Das nächste mal fang ich frĂĽher an zu lernen.

Denkfehler Nr. 3: Geistiges filtern

Ähnlich wie beim „Verallgemeinern“, konzentrierst du dich bei diesem Denkfehler NUR auf eine einzige negative Information, anstatt das Positive darin zu sehen.  

  • ❌ Falsch: Meine Kollegen haben mich kritisiert. Ich bin mir sicher die hassen mich. 
  • âś… Richtig: Meine Kollegen haben mich zwar kritisiert aber ich weiĂź, dass sie mich mögen und mir nur helfen wollen. 

Denkfehler Nr. 4: Positives ignorieren

Hier läuft’s genau umgedreht ab: Sagen wir, du erhältst ein Lob. Anstatt das aber zu akzeptieren oder dich darüber zu freuen, lehnst du es konsequent ab oder schlimmer noch,  du bildest dir irgendwas ein und vermutest Hintergedanken – selbst wenn dir deine Mitmenschen sagen, dass sie es aufrichtig ernst meinen. 

Folgendes Beispiel: 

  • ❌ Falsch: Das Lob von meinem Chef hat nichts zu bedeuten. Sicher versucht er nur politisch korrekt zu sein oder vermeidet es mit mir ĂĽber Probleme zu sprechen.
  • âś… Richtig: Super. Ich freue mich ĂĽber das Lob meines Chefs.  

Denkfehler Nr. 5: „Gedankenlesen“

Natürlich ist es möglich, eine Vorstellung davon zu haben, was andere Menschen denken, aber in der Regel beziehen sich solche Gedanken auf negative Interpretationen. Zum Beispiel:

  • ❌ Falsch: Mein Kollege sieht mich den ganzen Tag schon so komisch an. Der ist sicher sauer, weil ich ihm letzte Woche nicht geholfen habe.
  • âś… Richtig: Ich weiĂź nicht was mit ihm los ist. Vielleicht hat er schlechte Laune aus anderen GrĂĽnden. Ich frage ihn einfach oder lade ihn auf einen Kaffee ein. 

Denkfehler Nr. 6: „Wahrsagerei“

Genau wie beim Gedankenlesen, tendierst du bei der Wahrsagerei zu vorschnellen Schlussfolgerungen und triffst Vorhersagen – jedoch ohne Beweise oder Grundlage. Folgendes Beispiel:

  • ❌ Falsch: Eines ist klar: Ich werde nie den Job finden, der mich glĂĽcklich macht. 
  • âś… Richtig: Ich bin jung und talentiert. Wenn der richtige Job nicht zu mir kommt, dann mache ich mich selbst auf die Suche danach.  

Denkfehler Nr. 7: Maximieren oder Minimieren

Heißt, du machst deine Probleme und Fehler größer als sie tatsächlich sind. Genau umgekehrt schätzt du dagegen deine Talente und Fähigkeiten viel zu gering ein. 

  • ❌ Falsch: Dass ich immer wieder nen guten Verkaufsabschluss hinbekommen habe, ist doch nichts wert. Was zählt ist, dass der Kunde heute noch nicht zurĂĽckgerufen hat. Das zeigt, dass ich ein schlechter Verkäufer bin!
  • âś… Richtig: Ich habe viele gute AbschlĂĽsse hinbekommen, aber warum ruft mich dieser Kunde nicht zurĂĽck? Ich werde gleich morgen mal nachfragen… 

Denkfehler Nr. 8: Emotional Denken

Oder anderes gesagt: “Ich fĂĽhle es, deshalb muss es wahr sein.” HeiĂźt du denkst, deine eigenen negativen GefĂĽhle und Gedanken spiegeln die Realität wieder und du nimmst deine Angst als BegrĂĽndung dafĂĽr, dass bestimmte Dinge gefährlich oder schlecht sind. Hier ein ganz simples Beispiel:

  • ❌ Falsch: Ich habe das GefĂĽhl, dass ich  nichts wert bin. Dann ist das sicher auch so!
  • âś… Richtig: Ich bin genauso viel Wert wie alle anderen Menschen auf dieser Welt.  

Denkfehler Nr. 9: „Sollte“-Aussagen

Ein ziemlich giftiges Denkmuster denn du treibst dich durch Worte wie „sollte“, „müsste“ oder „dürfte“ ständig selbst an – bist hart zu dir selbst und setzt dich unter Druck. Und genau so – denkst du auch über andere. Wenn sich deine Mitmenschen nicht so verhalten, wie du es möchtest – wirst du sauer, weil du ja denkst, dass andere  sich in einer bestimmten Art und Weise verhalten sollten.

  • ❌ Falsch: Ich muss bis zum Sommer unbedingt 25 kg abnehmen, damit ich endlich zufriedener mit mir bin.
  • âś… Richtig: Ich fĂĽhle mich echt unwohl in meinem Körper. Ich glaube es tut mir gut ein bisschen mehr, auf meine Ernährung und Bewegung zu achten. 

Denkfehler Nr. 10: Personalisieren

Hier nimmst du praktisch alles persönlich, auch wenn es nicht so gemeint ist. Oder du vergleichst dich mit anderen, wer klüger ist, besser aussieht usw. Auf der anderen Seite kann es aber auch passieren, dass du dich schuldig fühlst, obwohl du für einen Fehler nicht verantwortlich bist. Beispiel:  

  • ❌ Falsch: Wir sind zu spät zu dem Event gekommen und haben einen schlechten Eindruck hinterlassen. Hätte ich meinen Kollegen nur gedrängt, rechtzeitig zu gehen, wäre das nicht passiert.
  • âś… Richtig: Hätte, hätte Fahrradkette – wir sind zwar zu spät gekommen, hatten aber dennoch eine schöne Zeit und produktive Ergebnisse. 

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Denkfehler Nr. 11: Vermeintliche Kontrolle

Vielleicht kennst du folgende zwei Gedanken: a) du denkst, keine Kontrolle über dein Leben zu haben und ein hilfloses Opfer zu sein oder aber b) du denkst, du hast volle Kontrolle über dich und deine Umgebung und bist verantwortlich für die Gefühle anderer. Beide sind ziemlich schädlich und vor allem ungenau. Niemand hat die Kontrolle darüber, was geschieht und niemand hat die absolute Kontrolle über eine Situation. Beispiel:

  • ❌ Falsch: Warum bist du nicht glĂĽcklich? Habe ich dir etwas angetan?
  • âś… Richtig: Ich habe das GefĂĽhl du bist unglĂĽcklich. Gibt es irgendwas worĂĽber du reden möchtest?  

Denkfehler Nr. 12: Alles muss fair sein

Das wäre schön, ist aber leider nicht so. Wenn du glaubst, alles im Leben sollte „fair“ sein, dann steigerst du dich in negative Gefühle. Besonders dann, wenn sich dieser Fairness-Gedanke auf dein eigenes Leben überträgt oder andere Menschen nicht deiner Meinung sind. Beispiel:

  • ❌ Falsch: Meine Mitbewohner bekommen Geld von ihren Eltern und können feiern gehen. Ich dagegen muss arbeiten, sitze hier und lerne. Das ist einfach nicht fair. ‍
  • âś… Richtig: Es wäre schön, nicht zu arbeiten, aber so wachse ich an mir selbst.  Vielleicht kann ich neue Wege finden, um nicht so viel arbeiten zu mĂĽssen, wenn ich in der Uni bin. Auf diese Weise kann ich auch ein soziales Leben fĂĽhren.

Denkfehler Nr. 13: Abhängigkeit von anderen

In dem Fall setzt du andere unter Druck oder forderst sie auf, Dinge anders zu machen, weil auch “du dich dann ändern könntest”. Du machst also dein Glück und deinen Erfolg von anderen Menschen abhängig. Ein Beispiel:

  • ❌ Falsch: Wenn meine Eltern nur nicht so konservativ wären, dann wĂĽrden wir uns weniger streiten und ich wäre ein besseres Kind.  
  • âś… Richtig: Es ärgert mich wirklich, dass ich mit meinen Eltern ständig Konflikte habe. Aber sie sind erwachsen und ich sollte sie so akzeptieren, wie sie sind. Am besten meide ich einfach die Themen, bei denen wir anderer Meinung sind.   

Denkfehler Nr. 14: Rechthaberei

Rechthaberische Menschen sind davon ĂĽberzeugt niemals falsch zu liegen. FĂĽr diese Leute ist ein Austausch dann keine Meinungsverschiedenheit, sondern ein intellektueller Kampf, den sie unbedingt gewinnen wollen. Und das geht meistens zu Last der GefĂĽhle von anderen. Ein Beispiel:

  • ❌ Falsch: Es ist mir egal, wie schlecht du dich bei einem Streit mit mir fĂĽhlst, ich werde diesen Streit gewinnen, egal was passiert, weil ich Recht habe.
  • âś… Richtig: Ich muss diesen Streit nicht gewinnen und werde die Meinung des anderen respektieren und akzeptieren. 

Und nun der 15. und letzte Denkfehler: Belohnungs-Irrtum

Das ist ebenfalls ein giftiger Denkfehler, denn du glaubst, dass deine harte Arbeit eine gerechte Belohnung verdient hat. Doch es ist eben manchmal so, egal – wie hart du arbeitest oder wie viel du opferst – du wirst nicht immer das erreichen, was du dir erhoffst. Ein Beispiel:

  • ❌ Falsch: Ich habe so viele Ăśberstunden gemacht und dennoch hat mein Kollege die Beförderung bekommen.  Warum passiert das immer mir?‍
  • âś… Richtig:  Ich freue mich fĂĽr meinen Kollegen und seine Beförderung. Schade, dass es nicht geklappt hat fĂĽr mich. Ich werde mit meinem Chef reden und fragen, wie ich an mir arbeiten kann. 

 

So das wars. Wie du sicher gemerkt hast, geht es vor allem um das richtige Mindset.  Hör mal in dich rein und beobachte dein Verhalten. Insbesondere dann wenn du gestresst oder wĂĽtend bist. Dann nimm dir einfach ne Minute – komm kurz zur Ruhe und analysiere, was du dir versuchst einzureden. Ich mache dann immer folgendes:

1. Ich suche erstmal nach Beweisen für den Gedanken: Ist das wirklich Realität oder bilde ich mir das nur ein?

2. Dann frage ich mich: “WĂĽrde ich das auch zu einem guten Freund sagen?

3. Und ich ändere meine “sollte” in „könnte“ Aussagen.

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