Alles was du zum Praktikum wissen musst! 💡

Von: Tobias Jost

GrĂŒnder / CEO von KARRIEREGURU

Jeder muss es irgendwann mal tun, jeder braucht es – aber nur wenige wissen wie es wirklich geht!

Inhaltsverzeichnis

Das Praktikum!

Nahezu jeder in unserer heutigen Gesellschaft, wird in seiner beruflichen Laufbahn, wÀhrend der Schule oder Studium irgendwann mal ein Praktikum machen. Entweder freiwillig oder verpflichtend. Und das ist auch gut so, denn so ein Praktikum bietet dir unheimlich viele Vorteile.

Schau dir doch mal die Menschen an, zu denen du aufblickst. Haben sie einen geradlinigen Weg hinter sich? Nein, die meisten von ihnen haben auf ihre StĂ€rken gesetzt oder ihren Erfolg aus einem Wirrwarr unterschiedlicher Erfahrungen gezogen! Und das Gleiche gilt fĂŒr dich auch: Nicht das WAS ist wichtig, sondern welche Erfahrungen, du aus deinen Entscheidungen ziehst!

1. Brancheneinblick

‍ZunĂ€chst mal tauchst tiefer in eine bestimmte Branche oder Berufe ein – und je mehr Einblick du bekommst, desto besser und schneller kannst du herausfinden, ob der Beruf, die Ausbildung oder vielleicht sogar ein Studium in die Richtung wirklich zu dir passen.

2. Theorie-/und Praxistransfer

Kannst du endlich mal dein theoretisches Wissen aus der Schule oder Uni in der Praxis anwenden und bekommst ein GefĂŒhl fĂŒr’s echte Berufsleben.

3. Lebenslaufreferenz

Sorgt ein Praktikum fĂŒr eine wertvolle Referenz in deinem Lebenslauf. Und das selbst, wenn du erkannt hast, dass die Branche oder der Beruf am Ende nichts fĂŒr dich sind.

4. Selbstreflexion

Lernst du mehr ĂŒber deine StĂ€rken und SchwĂ€chen im beruflichen Kontext und verstehst besser, wie deine Persönlichkeit im Beruf so tickt.

5. Neue Skills

Erweiterst du dein Skill-Set in alle Richtungen – sei es durch Aufgaben oder im Umgang mit anderen Menschen. Also vor allem die Sozialkompetenz ist nicht zu unterschĂ€tzen.

6. Berufliches Netzwerk

Baust du dir dein erstes berufliches Netzwerk auf. Heißt also du hast Kontakte fĂŒr spĂ€ter und einen Fuß in der TĂŒr, wenn es darum geht, dort irgendwann mal fest anzufangen.

Zu Beginn schauen wir uns jetzt erstmal die unterschiedlichen Arten von Praktika an, die es so gibt. PrimÀr unterscheiden kann man dabei in Pflicht- oder freiwillige Praktika.

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Pflichtpraktika

Zu den Pflicht-Praktika gehören z.B. das SchĂŒlerpraktikum. Das findet in der Regel in der 9. Klasse statt, geht 1-2 Wochen und ist unbezahlt. Die Branche, also wo du das Praktikum machst, ist in der Schule erstmal noch egal. Hier geht es rein um die praktische Erfahrung.

Ein anderes Pflicht-Praktikum ist das Praxissemester im Studium. Das hab ich ĂŒbrigens auch gemacht und geht ca. 3-6 Monate. Hier musst du dann schon schauen, dass es auch in der Branche oder TĂ€tigkeit ist, in der dein Studiengang stattfindet. Und Geld gibt es dann auch schon.

Fast schon komplex genug, ich weiß, aber dann gibt es auch noch das Vorpraktikum oder Fachpraktikum, die ebenfalls verpflichtend sind.

Freiwillige Praktika

Bei den freiwilligen Praktika unterscheidet man ebenfalls in verschiedene Arten. Zum einen in das, neben dem Studium. Aber hier eben nicht verpflichtend als ganzes Praxissemester, sondern zusĂ€tzlich nebenbei. Hier kannst du natĂŒrlich selbst entscheiden, wie lange du das ganze machen möchtest und worauf du dich bewirbst. Wenn du das ganze eher als Nebenjob siehst, der dir Geld zum Finanzieren deines Studiums bringen soll, dann hast du vielleicht andere Stellen und Branchen AnsprĂŒche, als wenn du z.B. Erfahrung fĂŒr deinen Lebenslauf sammeln willst, um damit bestmöglich Einstiegschancen in den Beruf zu haben.

Die Rahmenbedingungen sind je nach Bundesland unterschiedlich geregelt!

Fakt ist aber, und das gilt fĂŒr beide Grafiken: Die Angaben sind ohne GewĂ€hr – denn Bildung ist tatsĂ€chlich „LĂ€ndersache“, heißt, dass die Dauer und auch die Art des Praktikums stark von den Vorschriften des jeweiligen Bundeslandes abhĂ€ngt. Das Gleiche gilt ĂŒbrigens fĂŒr die Bezahlung – die wiederum vom Unternehmen bestimmt wird, bei dem du dich bewirbst.

Stellt sich nun also die Frage nach dem WAS?! Welche Branche oder welcher Beruf soll es denn im Praktikum genau sein?

GrundsĂ€tzlich gibt es bei einem Praktikum erstmal kein “richtig oder falsch”. Es dient primĂ€r zur Berufsorientierung und wird nicht deinen gesamten Lebensweg bestimmen. Also zerbrich dir nicht unnötig den Kopf darĂŒber, mit dem Praktikum jetzt schon den Traumjob finden zu mĂŒssen, sondern sieh das ganze mehr als Prozess. Ich mein, wie langweilig wĂ€re denn das Leben, wenn wir mit 20 schon herausgefunden hĂ€tten, was wir beruflich wirklich wollen. Überhaupt gilt, dass Arbeitgeber super gerne Leute einstellen, die unterschiedlichen Background haben, weil sie damit neue Perspektiven auf die Dinge ins Unternehmen bekommen. Also nutze die Chancen, die sich auftun und entscheide weniger mit deinem Kopf, dafĂŒr mehr mit deinem Bauch.

Wenn du jetzt weißt, was die Richtung sein soll, geht es mit dem WO weiter. Also wo findest du jetzt die passende Praktikumsstelle und worauf solltest du dabei achten?

Ganz wichtig: Verwende nicht irgendein Jobportal, sondern das richtige. FĂŒr jede Berufsgruppe und fĂŒr jede Karrierestufe gibt es quasi unterschiedliche Jobportale im Netz. Achte immer darauf, dass die Plattform genĂŒgend Stellen anbietet und es verschiedene Filter gibt, mit denen du deine Suche eingrenzen kannst.

‍FĂŒr SchĂŒler empfehle ich dir auf den folgenden Seiten zu suchen:

  • meinpraktikum.de
  • praktikum.info
  • ausbildung.de
  • azubiyo.de oder
  • schĂŒlerpraktikum.de

 

FĂŒr Studenten empfehle ich Seiten wie:

  • Monster.de
  • Stepstone.de
  • absolventa.de
  • berufsstart.de oder auch
  • youngcapital.de.

Je nach Branchenfokus oder Themenfeldern gibt es dann natĂŒrlich auch hier nochmal ganz spezifische Jobbörsen. Also z.B. Portale wo du ausschließlich nachhaltige Jobs findest oder Berufe in einer ganz bestimmten Region. Dazu am besten einfach mal googeln, was dich interessiert.

Ansonsten solltest du dir aber auch auf jeden Fall ein Profil auf den beiden Berufsnetzwerken LinkedIn und XING machen, ganz egal, ob du SchĂŒler oder Student bist. Der Vorteil daran ist, dass so ein Profil deutlich lebendiger wirkt, als einfach nur ein statischer Lebenslauf. Gleichzeitig haben die beiden Netzwerk auch Jobportale integriert, wo du dich ganz easy per one-click bewerben kannst oder aber sogar ohne irgendwas zu tun aufgrund deines Profils Personalern aktiv vorgeschlagen wirst. Das funktioniert wie eine Google Suche. Du bist quasi der Artikel der gefunden werden soll. Deshalb sollte dein Profil natĂŒrlich relevante Keywords enthalten. Personaler nutzen dann die Suche und bekommen dich bestenfalls vorgeschlagen. Mittlerweile ist es nicht unĂŒblich, dass Praktikanten von Unternehmen gefunden und angeschrieben werden. Wie dein Profil dafĂŒr aussehen muss, habe ich bereits in einer LinkedIn-Playlist hier erklĂ€rt.

Ansonsten gilt abschließend natĂŒrlich immer noch Vitamin B. Der verdeckte Stellenmarkt ist heutzutage nicht mehr zu unterschĂ€tzen. Heißt also Stellen, die zwar existieren, aber gar nicht mehr ausgeschrieben werden, weil sie ĂŒber Kontakte besetzt werden. Hör dich also mal im privaten Kreis um. Schreib deinem gesamten WhatsApp-Kontaktbuch und frage nach Empfehlungen. Das kostet zwar Überwindung, aber das gehört nun mal dazu.

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Drei kurze Tipps fĂŒr den Bewerbungsprozess

Jetzt wo du weißt, wo du dich bewerben willst, kommen noch eben drei kurze Tipps fĂŒr den Bewerbungsprozess.

1. TIPP: Achte auf Formulierungen in Stellenanzeigen!

Viele Unternehmen verwenden immer die gleichen Beschreibungen und schrauben nur an den Details rum, deshalb wirst du immer wieder ĂŒber die gleichen Phrasen stolpern. Schau dich deshalb auf Plattformen wie kununu oder Google nach Bewertungen von Mitarbeitern und Kunden um. Deckt sich das mit den Versprechungen aus der Stellenanzeige oder gibt es Differenzen? Schau dir Presse-Artikel im Netz an oder nimm Kontakt zu ehemaligen Azubis oder Praktikanten ĂŒber LinkedIn oder XING auf und informiere dich ĂŒber das Unternehmen und die ArbeitsatmosphĂ€re.

2. TIPP: Beginne rechtzeitig mit der Suche!

Gerade Praktika in renommierten Unternehmen werden in der Regel schon ca. 6 Monate im Voraus veröffentlicht. Informiere dich in jedem Fall rechtzeitig, frag telefonisch nach oder schreib der Personalabteilung eine E-Mail. Mach dich also frĂŒh genug auf die Suche, denn auch die Auswahl kann bis zu einem halben Jahr dauern. Meine Empfehlung: je 1 Schuljahr oder 2 Semester vorher! Also versteht mich nicht falsch, klar, das geht auch kurzfristiger. Aber sicher ist sicher. Gerade, wenn du eine wirklich coole Stelle willst.

3. TIPP: Bewirb dich nicht nur bei einem Unternehmen!

Die Chancen, dass du vom Fleck weggenommen wirst, sind vor allem bei grĂ¶ĂŸeren Unternehmen ziemlich gering. In der Regel hast du auf jede Stelle unzĂ€hlige Mitbewerber und einen Prozess der sich einfach hinzieht. Ist ja auch klar. Ich meine, versetz dich mal in die Lage des Unternehmens. Selbst wenn du im GesprĂ€ch ĂŒberzeugst möchte man sich trotzdem noch die anderen Kandidaten anhören, denn wer weiß, vielleicht kommt noch jemand besseres. Wenn du also ein Unternehmen einer bestimmten Branche gefunden hast, dass dich interessiert, dann suche immer auch nach 3–4 anderen Unternehmen, die dir einen Ă€hnlichen Aufgaben- bzw. Fachbereich bieten und bewirb dich.

Kommen wir nun noch zum berĂŒhmten Henne/Ei Problem:

Viele PraktikumsanwĂ€rter behaupten ja immer sie kriegen keinen Platz, weil sie keine Berufserfahrung haben. Wie sollen sie aber Berufserfahrung finden, wenn sie niemand annimmt? Umso wichtiger ist an der Stelle eine ĂŒberzeugende Story. Wie man die entwickelt bring ich dir ĂŒbrigens auch in meinem Kurs bei oder auch in meinem kostenlosen Karrierehelfer.

Rein von den Hardskills kannst du aber auch einfach auf andere Dinge referenzieren, die du bisher so gemacht hast. Z. B. wenn du dich ehrenamtlich im Verein engagierst oder in der Schule ein Projekt zu einem bestimmten Thema gemacht hast, dann liste das alles mit auf und zeig daran deine Kompetenzen.

Am allerwichtigsten ist jedoch, dass du hartnĂ€ckig bleibst. Lern dich selbst zu verkaufen und alles dafĂŒr zu tun, den Praktikumsplatz zu bekommen. Bewirb dich auch auf Stellen, wo du die Anforderungen noch nicht zu 100 % erfĂŒllst. Ruf die Personaler an und stelle einen kurzen persönlichen Kontakt her bevor du deine Bewerbung rausschickst. Oder fahr einfach vorbei und gib deine Bewerbung persönlich ab.

Etappe 1 geschafft

Wenn deine Bewerbung dann geklappt hat und du angenommen wurdest, ist es aber noch nicht vorbei, sondern geht erst richtig los. Also Etappenziel Praktikum ist erreicht, aber jetzt musst du natĂŒrlich auch noch entsprechend performen. Das Ziel muss natĂŒrlich unbedingt sein, einen guten Job zu machen und Eindruck zu hinterlassen, damit du am Ende auch ein gutes Arbeitszeugnis bekommst. Ansonsten war der ganze Aufwand und die investierte Zeit umsonst.

Deshalb hier noch ein paar Tipps zum Schluss

1. TIPP: PITCH VORBEREITEN

Gerade am Anfang, also an den ersten Tagen und Wochen musst du dich in der Regel vielen Leuten vorstellen. Da ist es einfach super wichtig nicht lang ĂŒber eine Antwort nachzudenken, sondern direkt deinen Pitch zu bringen. Heißt also, bereite dich auf die gĂ€ngigsten Fragen wie: “Was hast du bisher so gemacht?” oder “In welchem Bereich an welchen Aufgaben arbeitest du?” mit 1-3 SĂ€tzen als Antwort vor. Glaub mir, Vorbereitung ist die halbe Miete. Die Antworten mĂŒssen hier wie aus der Pistole geschossen kommen.

2. TIPP: FRAGEN STELLEN

Zeig dich neugierig, und begeisterungsfĂ€hig. Stelle möglichst viele Fragen und schreib dir Arbeitsprozesse und wichtige Hinweise auf. Das zeigt WertschĂ€tzung gegenĂŒber der neuen Kollegen und wirkt sympathisch. Jeder wird gerne als Experte gesehen und erzĂ€hlt von sich und seinen Aufgaben.

3. TIPP: IDEEN TEILEN

Sei nicht Àngstlich, sondern prÀsentiere deine eigene Meinung und teile deine VorschlÀge mit anderen. Zeig, dass du voller Ideen steckst und frischen Wind mitbringst. Das ist ja gerade der Vorteil, den sich Unternehmen von Praktikanten versprechen. Nicht nur, dass du eine billige Arbeitsressource bist, sondern dass du neue Perspektiven und Energie reinbringst. Gerade heutzutage tun sich Arbeitgeber super schwer die Generation Z zu verstehen und das, obwohl sie von vielen Unternehmen bereits die Hauptzielgruppe ist. Zeig dich also offen und ambitioniert.

4. TIPP: KOMMUNIKATION ANPASSEN

Achte auf den Kommunikationsstil innerhalb des Unternehmens. Jede Firma hat Ihren eigenen „Company-Slang“. Je schneller du alle AbkĂŒrzungen und Floskeln draufhast, desto mehr Eindruck machst du und desto mehr bindet man dich ein.

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